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Paradigmenwechsel: Von der Vollkaskomentalitat zu Eigenverantwortung und Resilienz

Paradigmenwechsel: Von der Vollkaskomentalitat zu Eigenverantwortung und Resilienz

Paradigmenwechsel: Von der Vollkaskomentalitat zu Eigenverantwortung und Resilienz

Im zweiten Sicherheitsbriefing des Zukunftsinstituts gaben Future Advisor und Sicherheitsexperte Uwe Gerstenberg und Harry Gatterer Einblicke in die Arbeit mit Sicherheitstrends. Stand beim ersten Sicherheitsbriefing noch der Überblick über die einzelnen Trends im Vordergrund, ging es im zweiten Teil um die Frage: Wie nutzen wir dieses Wissen und setzen es um?

Uwe Gerstenberg beleuchtete zunächst mögliche Bedrohungslagen und betonte die Rolle der einzelnen Person bzw. Organisation. Sicherheitsentscheidungen scheitern oft an fehlender Faktenbasis und an mangelnder Auseinandersetzung – so seine Conclusio aus jahrelanger Erfahrung – oder kurz gesagt:

Sie scheitern an Unwissenheit und Naivität. Unwissenheit ließe sich durch solide Daten und klare interne Zuständigkeiten reduzieren, so Gerstenberg. Naivität mithilfe plausibler Zukunftsbilder abbauen.

Daraus folgt ein Paradigmenwechsel: Weg von der Vollkaskomentalität, hin zu Eigenverantwortung und Resilienz. Resilienz bedeutet Wehrhaftigkeit, allerdings nicht im militärischen Sinn. Es geht vielmehr um die Fähigkeit, Belastungen auszuhalten, sich nach Rückschlägen zu erholen und flexibel zu bleiben. Konkret heißt das zum Beispiel, kritische Abhängigkeiten (Energie, IT, Lieferketten, Kommunikation etc.) identifizieren und Maßnahmen für größere Szenarien planen.

Harry Gatterer führte darn anschließend in das zentrale Instrument ein, das Sicherheit im Umgang mit Unsicherheit schafft: die Szenarioanalyse. Szenarien sind dann wirksam, wenn sie exakt auf das Unternehmen zugeschnitten, mit Fachwissen angereichert und ernsthaft durchgespielt werden.

Uwe Gerstenberg verdeutlichte das eindrucksvoll am Beispiel der Diskussion eines Stromausfallszenarios, an der er beteiligt war. Für alle Beteiligten wirkte es völlig logisch, dass in einem solchen Fall Notstromaggregate mit Diesel betankt würden. Auf seine Frage, wie viele Zapfsäulen denn auch ohne Strom funktionieren, war das Staunen groß: Der Anteil ist verschwindend gering – der aufgedeckte Handlungsbedarf entsprechend groß.

Genau dieses detaillierte Durchdenken von Szenarien bis zur operativen Realität – unter Einbeziehen verschiedener Perspektiven – hilft Entscheider:innen, Sicherheitstrends nutzbar zu machen und in Handlungen zu übersetzen. Das schafft Sicherheit für die eigene Organisation und einen kühlen Kopf statt Alarmismus.

Maßgeschneiderte Szenarien in einem Tag

Maßgeschneiderte Szenarien in einem Tag

Entscheidungsträger:innen in Organisationen, die ihre Resilienz und Handlungsfähigkeit hinsichtlich Sicherheit verbessern möchten, unterstützen Uwe Gerstenberg und Harry Gatterer aktuell mit einem kompakten Format:

Im Workshop Szenarientag Sicherheit erarbeiten Sie gemeinsam mit unseren Experten innerhalb eines Tages maßgeschneiderte Szenarien als Grundlage für Ihre strategischen Ableitungen. Basierend auf den wichtigsten Sicherheitstrends der nächsten Jahre, methodisch geführt und mit Fachexpertise aus der Sicherheitspraxis.

Quellenangaben
Titelbild von H – stock.adobe.com

Über die Autoren 
Uwe Gerstenberg ist ein ausgewiesener Sicherheitsexperte und Future Advisor des Zukunftsinstituts. Seit Jahrzehnten prägt er die deutsche Sicherheitslandschaft mit innovativen Konzepten, fundiertem Erfahrungswissen und einem klaren Wertekompass. Seine Laufbahn begann im polizeilich-militärischen Dienst, führte ihn als Corporate Security Manager in die Wirtschaft und später in die Geschäftsführung eines der größten Sicherheitsunternehmen Deutschlands.

Seit 1997 leitet er als Mitgründer die consulting plus Unternehmensgruppe und gründete 2001 das heutige Institut für Krisenprävention. Seine Perspektive vereint drei Welten der Sicherheit – Behörde, Unternehmen, Dienstleistung – und macht ihn zu einem gefragten Sparringspartner für Entscheidungsträger:innen in Politik und Wirtschaft. Uwe Gerstenberg ist Kuratoriumsmitglied im Deutschen Forum für Kriminalprävention, engagiert sich im Anwenderrat für Compliance & Integrity und ist Gründer des Future Safe House in Essen.

In seinen Vorträgen plädiert er für ein 360-Grad-Denken in Sicherheitsfragen, das die reale und digitale Welt als „vireale“ Realität zusammendenkt – und zeigt, wie Unternehmen, Regionen und Gesellschaften mit resilienten Strategien Stabilität gewinnen. Seine Themen reichen von geopolitischen Risikoeinschätzungen bis zu Fragen strategischer Vorausschau.

Harry Gatterer unterstützt Entscheider:innen darin, in einer hyperkomplexen Welt Orientierung zu gewinnen und wirksame Entscheidungen zu treffen. Sein Ansatz verbindet fundierte Trendforschung, systemisches Denken und mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in der strategischen Begleitung von Unternehmen.

Seine Future-Management-Methodologie und die vier Archetypen wirksamer Zukunftsgestaltung – Visionär, Forscherin, Pionierin und Unternehmer – bieten Führungskräften ein Navigationssystem für Entscheidungen unter Unsicherheit.

Über den Autor

Uwe Gerstenberg, geboren 1961 in Berlin, schied 1987 als Offizier aus der Bundeswehr aus. Als Militärpolizist war er national und international im Einsatz und in den letzten Jahren seiner Dienstzeit in der Sicherungsgruppe des Bundesministeriums für Verteidigung beschäftigt. ⇒ mehr erfahren
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